SAFARI-JAHRESKALENDER

Januar:
Januar ist der Höhepunkt der Brutzeit für viele (buntgefiederte) Zugvogelarten. Die Vegetation ist üppig und es ist die Blütezeit vieler Wildblumen. Der Busch strotzt vor Leben - und an vierundzwanzig Stunden hört man die Laute der Natur (Insekten, Frösche, Vögel). Januar liegt mitten in der Regenzeit mit spektakulären Gewittern am Nachmittag, heißen Tagen (ca. 30°C) und warmen Nächten (20°C). Trotz der dichten Vegetation greifen die Ranger auf ihre Erfahrung zurück und sorgen für besondere Kontraste. Dies ist ein idealer Monat für Fotografen wegen der berstenden Farben und der dramatischen Färbung und Wolkenbildung am Himmel. Die Raubtiere jagen noch die schnell wachsenden Jungtiere - Schwerstarbeit, da die Raubtiere wegen der Färbung Ihres Winterfells von ihren Beutetieren schneller gesichtet werden können.

 

Februar:
Reife Wildfeigen werden zu einer Lieblingsmahlzeit vieler Spezies einschließlich der Fruchtfledermaus, die nachts mit ihrem interessanten Ruf auf sich aufmerksam macht. Es ist die Hauptblütezeit der Wasserlilien. Schmetterlinge, Frösche und Vögel sind  äußerst aktiv. Und der „Giant Bullfrog“ wacht hungrig aus seinem manchmal jahrelangen Winterschlaf auf. Das Wild hat es nicht weit bis zur nächsten Wasserquelle und die Jungtiere sind jetzt fast so groß wie die Erwachsenen. Das  saftig-grüne Steppengras, die Lieblingsspeise der Zebras, wuchert und den  Rautieren fällt es leichter, junge Impalas (Schwarzfersenantilopen), Wildebeest (Streifengnus) und Tsessebes (Halbmondantilopen) zu erbeuten.

 

März:
Die Früchte des Marulabaumes sind jetzt reif - ein Festmahl für die Elefanten, die dann häufig in der Nähe der Camps beobachtet werden. Die Brunstzeit der Impalamännchen beginnt, die ihre Kräfte andauernd messen, um auf die Weibchen Eindruck zu machen. Die Temperaturen sind weiterhin warm aber die Luftfeuchtigkeit hat abgenommen und es regnet nicht mehr so häufig. Der Sambesi Fluss führt in diesem Monat soviel Wasser, dass Floßfahrten (River Rafting) häufiger nicht mehr möglich sind. Jetzt sind auch die im benachbarten Sambia gelegenen Viktoria Wasserfälle so mächtig, dass der 100 Meter tiefe Abgrund wegen der Gischt manchmal nicht ganz sichtbar ist. Wahrlich eines der 7 Naturwunder der Welt!

 

April:
Die Nachttemperaturen fallen jetzt unter 20°C - die ersten Zeichen von Herbst. Es ist die Zeit der Morgennebel, die eine ganz besondere Stimmung ausstrahlen! Tagsüber können die Temperaturen aber noch Spitzenwerte bis 40°C erreichen! Zum Glück liegen die Safaricamps im Schatten uralter Bäume. Die Brunstzeit der Impalas steuert dem Höhepunkt entgegen, ihre Kampfrufe erklingen die ganze Nacht über und  zum Glück werden sie von Pavianen bewacht, die die abgelenkten Antilopen rechtzeitig vor Raubtieren warnen. Die Blütezeit ist vorüber und an den Bäumen reifen bereits die Früchte. Es ist auch die Brutzeit der Reptilien, die sich aber jetzt auch schon für die kommende Trockenzeit vorbereiten. Während der Abendstunden  können  bei Pirschfahrten häufiger die Beutezüge der Hyänenhunde, der Löwen und der Hyänen erlebt werden!


Mai:
Das Flutwasser aus den Bergregionen des weit entfernten Angola erreicht jetzt den Norden des Okavango Deltas. Die Regenzeit ist vorbei, die Nächte werden kühler  und tagsüber ist die Hitze bis 35°C trockener und angenehmer. Bei den Pirschfahrten am frühen Morgen und bei Dunkelheit sollte an einen Pulli und lange Hosen gedacht werden! Die Büffel und Elefanten formieren sich jetzt zu größeren Herden und ziehen immer häufiger hinunter zu den Flüssen, da die Wasserlöcher langsam austrocknen. Langsam verbleicht das satte grün – und für die Raubtiere wird die Jagd leichter, da ihr braunes Fell sie jetzt besser tarnt. Und die Zugvögel nehmen Abschied in Richtung Norden.

 

Juni:
Dieser Monat ist aufregend für die Hyänenhunde - und für den Liebhaber dieser gefährdeten Tierart! Sobald die Hyänenhunde einen Bau für ihre Nachkommen gefunden haben sind sie für die nächsten 3 - 4 Monate „sesshaft“ – und es ist leichter ihr Leben – ob Jagd oder verspielte Jungtiere - kennen zu lernen. Warme Kleidung ist notwendig, denn Ende Juni ist es nachts am kältesten (5°-10°C). Tagsüber sind es angenehme 25°C und die Sicht ist ausgezeichnet, da es nur wenige Büsche oder Bäume gibt, die ihre Blätter behalten haben. Das Wild konzentriert sich auch auf wenigen verbliebenen Wasserlöchern oder an den Flussufern!

 

Juli:
Ein „paradoxes“ Naturereignis: das Flutwasser hat das gesamte Okavango Delta   erreicht - lange nach der Regenzeit, jetzt wo alle Bäume die Blätter verloren haben, die Gräser immer kürzer werden und Trockenheit und Staub herrschen. Es gibt aber kaum bessere Bedingungen für die Wildbeobachtung! Die Nächte sind immer noch kalt aber tagsüber wärmt die Sonne - typisches Winterwetter für Botswana - sonnig mit klarem Himmel! Immer mehr Tiere suchen die Nähe der letzten Wasserstellen und die Flutebenen auf, die mit ihren Gräsern große Elefanten- und Büffelherden anlocken. Natürlich halten sich die  Raubtiere auch in der Nähe der Flutebenen auf - Löwen, Leoparden, Geparden, Hyänen, Hyänenhunde und 4 weitere kleinere Raubkatzenarten. Und die Löwen gehen sogar auf die Jagd nach Elefanten und Nilpferden! Mit dem Einbaum (Mokoro) und auf Bootsexkursionen können Wasserarme entdeckt werden, die am Vortag noch trocken waren. Und das sanfte Licht, das sich am Morgen und Abend mit den Staubwolken vermischt, ist ideal für den Fotografen!

 

August:
Die Herden werden immer größer, es kommt zu Spannungen zwischen den einzelnen Elefantenherden und die Nächte sind durchsetzt vom Trompeten der Leitkühe und Bullen. Der Busch ist trocken und kahl aber Reiher und Störche versammeln sich immer mehr und beginnen mit dem Nestbau. Die Temperaturen steigen wieder, tagsüber erreicht das Thermometer häufig 30°C und nachts 10°C.  Die Wildbeobachtung im August ist optimal!

 

September:
Der Winter hat sich fast ganz verabschiedet. Die Temperaturen klettern, aber es ist immer noch trocken - kaum eine Wolke steht am Himmel. Das Wasser und die Nahrung werden für die großen Herden knapp und manch ein geschwächtes Tier wird leichte Beute für die Räuber und Aasfresser. Die farbenfrohen „Carmine Bee Eaters“ kehren zurück und mit ihnen andere Zugvögel. Ab Mitte September beginnt die Brutzeit der Vögel. Der Wasserspiegel des Deltas senkt sich wieder, die Fische werden aktiver und die ersten grünen Sprösslinge zeigen sich. Aber der  ersehnte Regen lässt noch auf sich warten.

 

Oktober:
Keine Wolke am Himmel spendet Schatten – es ist der heisseste Monat! Allerdings macht das trockene Klima die Hitze erträglicher. Die Devise bei Pirschfahrten heißt: „start early“ and „leave late“ (breche morgens früh und am Nachmittag später auf). Aber die Tierwelt ist überwältigend - der Fotograf kann wegen der Trockenheit fast jedes Tier von der Ohrenspitze bis zur Hufe mit seiner Kamera einfangen. Und der aufgewirbelte Staub lässt alle Braun- und Rotschattierungen erglühen. Dies ist auch die Zeit für nächtliche Pirschfahrten, da alle nachtaktiven Tiere besonders gut zu beobachten sind! In den Gewässern tummeln sich die Barbells, eine Welsart, und besonders in der Godikwe Region brüten und nisten tausende von Vögel.

 

November:
Obwohl der Wasserspiegel weiter sinkt finden die Herdentiere zum Glück noch Nahrung - es sind die Pflanzen, die zuvor vom Wasser bedeckt waren. Aber die Natur sehnt sich verzweifelt nach den ersten Regenfällen und diese sind ab Mitte November zu erwarten. Nach dem ersten Regen können sich die Herden wieder ausbreiten, um am frischen Wuchs und an den Wasserlöchern wieder Kraft zu finden. Jetzt gebähren als erstes die Tsessebes, dann die Impalas und die Red-Lechwes (Litschi-Moorantilopen ), die sich ideal auf die Moorlandschaften des Deltas angepasst haben, da sie in  den Feuchtgebieten ohne  Schwierigkeiten  wegen ihrer gespreizten Hufen äsen können. Aber (leider) wissen das die Raubtiere – und konzentrieren sich auf die Jungtiere.

 

Dezember:
Alle Zugvögel haben ihr neues Quartier erreicht. Jetzt kalben auch die Gnus - und das eiweißreiche Gras ist das Kraftfutter für die säugenden Antilopen. Es regnet immer häufiger und Gewitterwolken brauen sich jeden Nachmittag zusammen, um dem Land wieder frische Farben zu spenden. Zwar verrät das braune Fell der Jäger ihre Gegenwart, aber die Sträucher verwandeln sich in dichtes Gebüsch, ein ideales Versteck für den Jäger. Wegen der Wolkenbildung sind die Tagestemperaturen  etwas kühler - aber wegen der höheren Luftfeuchtigkeit ist es immer noch heiß und in der Nacht, deren tiefe Dunkelheit von Blitzen durchzuckt wird, ist es nur etwas kühler.

 

SCHLANGEN / SKORPIONE

Es gibt in Botswana viele Schlangenarten, wobei auch einige giftig sind. Die meisten Touristen begegnen Schlangen nicht, da diese auf kleinste Erschütterungen des Bodens flüchten - mit Ausnahme der Puffotter, die sich eher träge bewegt und öfters nicht die Flucht ergreift. Schlangen greifen nicht an oder verfolgen den Menschen auch nicht. Folgende Vorsichtsmaßnahmen sind zu beherzigen: Laufen Sie nicht barfuss durch den Busch; stecken Sie nicht Ihre Hand in Fels- oder Erdlöcher und geben Sie Acht beim Überqueren von Baumstämmen. Falls Sie gebissen werden legen Sie sich hin und strengen Sie sich nicht an. Falls keine sofortige Transportmöglichkeit besteht, sollte eher ein Arzt zum Patienten kommen. Vorsicht ist auch bei der selten vorkommenden Spitting Cobra (speienden Kobra) angezeigt. Das Gift sollte sofort mit Wasser oder Milch aus den Augen gewaschen werden.

Bei Skorpionen ist zu beachten: je kleiner und heller gefärbt und desto kleiner die Scheren sind, desto giftiger ist der Skorpion. Camping–Urlauber sollten ihren Schlafsack und ihre Schuhe überprüfen!

SHOPPEN

Der Standard des Kunsthandwerks in Botsuana ist hoch, besonders die wunderschönen filigranen Korbflechtarbeiten, die in Ngamiland (im Nordwesten Botswanas) hergestellt werden. Die Körbe können in Werkstätten in den Dörfern Etsha und Gumare, beide an der Straße von Sehitwa nach Shakawe im Nordwesten Botsuanas, günstig erworben werden. Körbe der gleichen Qualität werden auch in Shorobe (in der Nähe von Maun) und Francistown hergestellt.
Auch San-Schmuck und San-Lederarbeiten sind hervorzuheben. Zu den Souvenirs gehören Lederschürzen und Taschen, Straußeneier und Stränge aus Samen und Nüssen (die nicht in alle Länder importiert werden dürfen). Sie können in abgelegenen Dörfern im Nordwesten, wie Xai Xai und Ghanzi, sowie in der Kooperative in D´kar erworben werden. Lederprodukte werden auch in Pilane, in der Nähe von Gaborone und Francistown, gefertigt.
Außerdem sind wunderschöne Webarbeiten, Textilien und Stoffe erhältlich, die in Anbetracht der hohen Handwerkskunst zu Recht teuer sind. In den Kooperativen in Oodi und Francistown kann man gut und günstig Waren einkaufen.

SICHERHEIT

Botswana gilt als eines der sichersten Reiseländer Afrikas. Neben der dünnen Besiedlung und der geringen Größe botswanischer Städte ist dies sicherlich ein wesentlicher Grund für die angenehm entspannte Sicherheitslage. Generell sind Botswanas Straßen auch nach Einbruch der Dunkelheit sicher, doch sollte man die in Afrika allgemein übliche Vorsicht nicht vollkommen außer Acht lassen. Bei einem durchschnittlichen Monatsgehalt von umgerechnet 150 bis 350 Euro verwundert es nicht, dass ab und zu kleinere Taschendiebstähle oder Betrügereien vorkommen. Das Verschwinden eines Pullovers, einer Brille oder der Haarbürste vom Nachttisch des Hotelzimmers bzw. aus unbeaufsichtigtem Gepäck signalisiert, wie wertvoll in Europa eher unbedeutende Accessoires für einen Afrikaner sind. Autodiebstähle und Raubüberfälle kommen in Botswana bislang nur selten und fast ausschließlich im Raum Gaborone sowie in Grenznähe zu Simbabwe vor.
Aktuelle Hinweise zur Sicherheit finden Sie auf der Website des Auswärtigen Amtes:

www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Botsuana/Sicherheitshinweise.html

SPRACHEN

Englisch ist die Amtssprache Botsuanas und wird in den meisten Behören und großen Unternehmen gesprochen. In den Schulen und Universitäten fungiert Englisch von der fünften Klasse an als Unterrichtssprache, deshalb verstehen die meisten Leute mit zumindest etwas Schulausbildung auf jeden Fall Englisch.
Die am weitesten verbreitete Sprach ist jedoch Tswana, oft auch Setswana genannt. Es handelt sich dabei um eine Bantu-Sprache, die zur Sotho-Tswana-Sprachgruppe gehört, deren Sprachen 90% der Bevölkerung verstehen und sprechen. Tswana ist die Sprache der in Botsuana vorherrschenden Bevölkerungsgruppe der Batswana, und Tswana ist die offizielle Unterrichtssprache in den Grundschulen des Landes. Die zweithäufigste Bantu-Sprache ist Sekalanga, die aus dem Shona (Sprache des Bakalangavolkes bei Francistown) abgeleitet ist. Ohne Grundkenntnisse der englischen Sprache gestaltet sich ein Aufenthalt in Botswana schwierig.

STAATSFORM

Botswana ist seit 1966 eine Präsidialrepublik, die im Commonwealth vertreten ist. Die Verfassung stammt aus demselben Jahr, die letzte Änderung wurde 1997 vorgenommen. Das Zweikammerparlament setzt sich aus der Nationalversammlung mit 47 Mitgliedern und dem beratenden House of Chiefs mit 15 Mitgliedern zusammen. Das Staatsoberhaupt wird alle 5 Jahre direkt gewählt. Botswana ist seit dem 30. September 1966 von Grossbritannien unabhängig.
Staatsoberhaupt und Regierungschef: Präsident Ian Khama, Amtsantritt: 1. April 2008

STRASSEN

Die Straßen Botswanas sind zum Teil asphaltiert und in recht gutem Zustand. Auch die Schotterstraßen sind – ausgenommen in der Regenzeit – gut befahrbar. Man muss allerdings auf den Asphaltstraßen als auch auf den Schotterstraßen mit plötzlichen Schlaglöchern rechnen. Vor allem wegen dem Wildwechsel muss man extrem aufmerksam fahren und Nachtfahrten auf alle Fälle vermeiden. Wenn man querfeldein fahren möchte, dann sind ein Kompass oder besser noch ein GPS-System notwendig. In der Regenzeit von Dezember bis März sollte auf einigen Pisten (z.B. im Chobe National Park) eine Seilwinde mitgeführt werden. Auch sollte man Benzinreserven und genügend Trinkwasser mitnehmen, wenn man in abgelegene Gebiete fährt.