GELÄNDEWAGEN

 Namibia ist ideal für Allradfans, lässt sich aber auch ohne Geländewagen mit 4x4 Antrieb entdecken, da die Schotterstraßen im Allgemeinen in gutem Zustand sind. Bestimmte Gebiete wie das Sandwich Harbour bei Walvis Bay oder das Kaokoveld erfordern aber ein Allradfahrzeug. Für das Kaokoveld ist zusätzliche Expeditionsausrüstung erforderlich – z.B. 2. Reserverad, Bordkühlschrank, Werkzeug, besonderes Kartenmaterial oder ein GPS. 

GEOGRAPHIE & KLIMAGEBIETE

Das Klima dieses riesigen Landes wird bestimmt durch mehrere Faktoren:

- die Ausdehnung des Landes (ca.1500 km von Norden nach Süden und ca. 630 km von Westen nach Osten)

- die Lage (am südlichen Wendekreis)
- den Einfluss der kalten atlantischen Meeresströmung (Benguela Strömung) am Westrand.

- die Höhengliederung der Landschaft von der Küstenebene bis auf 600 Meter ansteigend, der  Großen Randstufe und der Bergländer der Randstufe, die zwischen 2000-2500 Höhenmeter erreicht (Khomas-Hochland), dem Binnenhochland mit durchschnittlich 1700 Höhenmetern, in dem sich auch die Hauptstadt Windhoek befindet, und nach Überschreitung des Auas  Gebirges die Hochsenke des Kalahari-Hochbeckens auf ca. 1200 Höhenmetern im Osten.

- die entsprechende Gliederung gemäß  Höhe und entsprechender Nieder- schlagsmenge als auch Wasserversorgung durch andere Quellen wie Grundwasser etc.

 

Dies führt zu entsprechende Klimagebiete:

Wüsten: Die Namib/Naukluft im Westen (Sossusvlei), die zu den ältesten Wüsten gehört, und das Land um den Oranje Fluss im Süden (Fish River Canyon) erhalten nur episodisch und lokal Niederschläge, die schnell verdunsten oder abfließen in sogenannte Riviere. Die kurzen Starkregen führen zu einer kurzen aber herrlichen Blütezeit sind aber auch gefährlich, so dass von einer Übernachtung in Rivieren (Trockenflussbetten) abgeraten wird.

 

Halbwüstengebiete: Diese befinden sich  im Westen und  Süden Namibias und eigneten sich ebenfalls nicht für eine Dauerbesiedlung bis Ende des 19. Jahrhunderts, als die vom Windrad getriebene Wasserpumpe eine extensive  Karakulschaf Haltung mit Swakara-Persianer ermöglichte, die durch Dürren und  Überweidung bedingte Desertifikation rasch gefährdet ist.

 

Dornsavannen: Diese befinden sich im Hochland, wo der Niederschlag bis auf 500  mm/Jahr zunehmen kann, aber durch unregelmäßigen Regen und Überweidung  die Viehhaltung  deutlich beeinflusst wird.

 

Trockensavannen: Erst in den randtropischen Gebieten Nord-Namibias mit regelmäßigen Niederschlagsdurchschnittsmenge über 500 mm/Jahr ist Ackerbau möglich. Von November bis März kann sich diese Savanne in eine Park- und Waldlandschaft verwandeln - sonst ist sie im trockenen Winter dürr und verbrannt. Die tropischen Starkregen in der Regenzeit machen ungeteerte Straßen zu wahren Schlammschlachten und überfluten die flachen Senken (Vleis oder in Ovambo oshana) und die Trockenflussbetten (Riviere oder in Ovambo omuramba). Am besten bereist man den Norden ab Ende der Regenzeit (d.h. ab April), sobald die Felder bestellt sind und das Grün der Savanne noch besteht. 

 

Für die Wildbeobachtung, die im Norden (Etosha National Park) am besten ist, ist die Trockenzeit empfehlenswert, weil die Beobachtungsbedingungen besser sind aufgrund des Wassermangels, der zu einer Häufung von Tieren an den Wasserlöchern führt.

 

Für beste Reisezeit & Klima sehen Sie sich bitte folgende separate Rubrik an:

KLIMA & REISEZEIT

GEPÄCK

In der Regel sind 20 kg für den internationalen Flug von Deutschland aus erlaubt. Bei Flugsafaris (mit Kleinflugzeugen z.B. Cessnas) ist es wichtig im Voraus die Gewichtsgrenze zu kennen und zu berücksichtigen, und dass nur Taschen mit Maßen bis 60 cm Länge zugelassen sind (keine Rollkoffer oder Hartschalen-Koffer).

GESCHICHTE

Vor- und Frühgeschichte

  • Vor ca. 10-15 Millionen Jahren:Kiefernfragmente eines Hominiden (Otavipithecus nambiensis) in den Otavibergen beweisen, dass Südwestafrika zu den ältesten Siedlungsräumen der Vorfahren des Menschen gehört.
  • 27,000 Jahre vor Chr.:
    Ureinwohner haben Steinplättchen, die ältesten auf afrikanischen Boden entdeckten Kunstwerke, in einer Höhle in den  Huns-Bergen  mit Darstellungen von Giraffen bemalt. Im Gegensatz zu den Felsgravuren (z.B. in Twyfelfontein) ist die Bestimmung durch die C-14 Methode hier möglich und genau gewesen.
  • 5,000 Jahre vor Chr.:
    Felsbilder entstehen in den Gebieten des Brandberg, im Erongo als auch im Spitzkoppegebiet.
  • 2,000 Jahre vor Chr.:
    Gemäß dem altgriechischen Historiker Herodot sollen phönizische Seefahrer den afrikanischen Kontinent bereits umrundet haben. Diese These ist nicht belegbar, wird aber von den Wissenschaftlern unterstützt, die das Felsengemälde „White Lady/Weiße Dame“ auf phönizischen Einfluss zurückführen.
  • 800 Jahre vor Chr.:
    Einwohner lernen, Tiere zu halten und die ersten Hirtenvölker entstehen.

Europäer  entdecken  Namibia:

  • 1486: Der Portugiese Diego Cao errichtet am Cape Cross ein Steinkreuz – das erste historisch verbriefte Ereignis namibischer Geschichte.
  • 1488: Der berühmte portugiesische Entdecker Batholomeus Diaz erkundet im Auftrag des Königs von Portugal die afrikanische Westküste und errichtet an der Lüderitzbucht ebenfalls ein padrao (Steinkreuz).
  • 17.Jh: Walfänger benutzen erstmals Walvis Bay als Anlegeplatz.

Kämpfe zwischen afrikanischen Völkern:

  • 16. Jh. bis Mitte 18. Jh.: Als Urbevölkerung Namibias gelten die hellhäutigeren San (Buschmänner) die bis heute noch als Jäger und Sammler leben, als auch die Damara (Bergdama), die vermutlich aus dem Sudan stammten und aus diesem Grund  die Metallverarbeitung beherrschten und sich selbst als Nu-Khoin (schwarze Menschen) in der von ihnen übernommenen  Nama-Sprache bezeichnen. Beide Völker wurden ab dem 16. Jh. unterjocht von Hirtenvölkern auf der Suche nach tsetsefreien Weidegründen - und zwar von Nguni/Bantu Völkern, insbes. den Herero/Himba aus Ost-und Zentralafrika als auch von den Nama  (Hottentotten), deren Sprache mit typischen Klicklauten nicht zu den Bantu-Sprachen gehört und deren  Ursprung unklar bleibt,  die aber  wahrscheinlich von ostafrikanisch-hamitischen Hirtenvölkern, die sich mit den San vermischt haben, abstammen. Die San wurden in Richtung Kalahari vertrieben, die Damara ins gebirgige Damaraland, wo sie weiterhin die Kunst des Eisen- und Kupferschmelzens ausübten, um die Hereros und Namas mit Äxten und Speerspitzen zu versorgen. Mitte des 18.Jh. kommt es zu zunehmenden Konflikten zwischen den beiden herrschenden Hirtenvölkern wegen Weidegründen für ihre Rinder. In dieser Zeit fallen auch die ersten Handelskontakte mit weißen Siedlern im Süden. Von diesen Auseinandersetzungen  blieben die Ovambos im Norden Namibias unberührt. Dieses Bauernvolk, das auch die Metallverarbeitung beherrschte, siedelte sich seit dem 16 Jh. im feuchten Norden an und stellt heute die Bevölkerungsmehrheit von Namibia (51 %).

Europäische Kolonialisierung: 

  • 1761: Die Kapregierung  entsendet eine Expedition ins Namaland und erfasst erstmals den südlichen Teil Namibias kartographisch.
  • 1805: Die ersten christlichen Missionen werden gegründet.
  • 1811: Die Missionsstation Bethanie im Süden Namibias wird gegründet. Von ihr aus sollen die Nama als auch die mit ihnen verwandten Orlaam  (z.B. die Witboois), die aus der Kapregion von den Buren  und  Briten  verdrängt wurden, christianisiert werden.
  • 1840: Unter ihrem Häuptling Jan Jonker Afrikaner vertreiben die Orlaam die Herero aus dem Gebiet des heutigen Windhoek.
  • 1850: Bei Rehoboth und am Swakop River wird Kupfer gefunden, was  viele Europäer und Händler, die zuvor ihr Geld mit Fisch, Branntwein oder Vieh verdienten, anlockt. Gleichzeitig siedeln sich die Rehobother Baster, Abkömmlinge von Hottentotten Frauen und Buren aus der Kapprovinz, in Rehoboth an.
  • 1863: Der 1858 geschlossene Vertrag von Hoachanas kann weitere kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Herero und Nama/Orlaam nicht verhindern. Händler und Missionare fühlen sich bedroht und bitten das Vereinigte Königreich und Deutschland um Unterstützung.

Deutsche Kolonialverwaltung:

  • 1883: Der Bremer Tabakhändler Adolf Lüderitz und sein Mitarbeiter Heinrich Vogelsang haben den Vorsatz, eine deutsche Kolonie zu gründen. Sie erreichen durch Verträge, deren Inhalt und Folgen  die Namas, aufgrund ihres kulturellen Hintergrundes - bei dem z.B.  das Konzept  von Privateigentum fehlt – nicht begreifen, große Landesteile um das spätere Lüderitz in Besitz zu nehmen.
  • 1884: Auf der Berliner Konferenz werden von den europäischen Großmächten die jeweiligen Einflusssphären  in Afrika verteilt.
  • 1890: Deutsche Schutztruppen werden ins Land geholt und Reichskanzler Caprivi  handelt mit Großbritannien den Helgoland-Zanzibar Vertrag aus, der Deutschland über den „Caprivi-Zipfel“ einen direkten Zugang zum Zambezi Fluss ermöglicht.
  • 1904-1908: In Okahandja beginnt der Herero-Aufstand. Unter der Führung des rücksichtslosen Generals von Trotha wird der Aufstand niedergeschlagen und Zehntausende Hereros werden in die Wüste östlich des Waterberg getrieben, wo sie durch die deutschen Truppen, als auch Verhungern und Verdursten dezimiert werden. Der Aufstand setzt sich  fort, da auch die Nama -Stämme  gegen die Deutschen erbitterten Widerstand leisten.
  • 1908: In der Namib-Wüste östlich von Lüderitz bricht der Diamanten-Rausch aus (Kolmanns-Kuppe).
  • 1915: Ende der deutschen Kolonialzeit: Südafrikanische Streitkräfte marschieren ein und  deutsche Truppen kapitulieren  in Namibia  (auch in Deutsch-Südost Afrika / Tanzania).

Südafrikanische Verwaltung:

  • 1919: Namibia wird Mandatsgebiet des Völkerbundes und Südafrika die Mandatsmacht.
  • 1923: Nachdem viele Deutsche die ehemalige Kolonie verlassen mussten, wird das Heimatrecht der verbleibenden Deutschen in Londoner Abkommen festgelegt.
  • 1934: Namibia wird de facto als fünfte Provinz Südafrikas verwaltet.
  • 1946: Südafrika weigert sich Namibia wieder unter internationale Hoheit (UNO) zu stellen.
  • (ab) 1948: Die vom Apartheidstaat erlassenen Gesetze werden auch in Namibia umgesetzt.
  • 1951:Siedlungswillige Deutsche erhalten Einwanderungserleichterungen.
  • 1960:Die  SWAPO (South West Africa People’s Organization) unter der Führung von Sam Nujoma wird in Dar es Salam gegründet.
  • 1966: Die SWAPO beschließt, ihren friedlichen Widerstand nun auch mit Waffengewalt zu führen.
  • 1977:Beginn der ersten internationalen Gespräche mit Südafrika (Westliche Kontaktgruppe) über die Unabhängigkeit.
  • 1978: Die Wahlen, bei dem die DTA (Demokratische Turnhallen-Allianz) als Sieger hervorgeht, wurden manipuliert und von der SWAPO nicht anerkannt.
  • 1983: Dirk Mudge, Vorsitzender der DTA und Ministerpräsident, tritt zurück und Südafrika übernimmt erneut die Regierungsgeschäfte.
  • 1982-1988: Von den USA organisierte Verhandlungen zwischen Südafrika, Angola und Kuba (wegen in Angola stationierter Truppen, die auch gegen die südafrikanischen Truppen eingesetzt wurden) enden erfolgreich – ein Waffenstillstand wird ausgerufen und der weitere Weg zur Unabhängigkeit ausgehandelt.

Namibias Unabhängigkeit:

  • 1989: Bei den ersten freien Parlamentswahlen gewinnt die SWAPO überlegen  (41/72), die DTA (21/72) und die südafrikanische Armee beginnt mit ihrem Rückzug.
  • 1990: Am 21.3. wird Namibia unabhängig und Sam Nujoma (Ovambo) wird Staatspräsident.
  • 1994: Die SWAPO erreicht eine 2/3 Mehrheit aber eine von vielen weißen Farmern befürchtete Verfassungsänderung, die Enteignungen möglich gemacht hätten, wurde nicht vorgenommen.
  • 1997: Eine langjährige zunehmend bedrohliche Trockenperiode geht zu Ende. Es besteht trotz allem in der Viehwirtschaft die  zunehmende Gefahr der Überweidung.
  • 1998: Das Engagement Namibias im Kongo führt zu hohen Kosten und Protesten der Bevölkerung. Zusätzlich kommt es zu Streitigkeiten mit Botswana wegen einiger kleiner Inseln im Chobe Fluss.
  • 1999: Nach einer Verfassungsänderung wird Nujoma für eine dritte Wahlperiode gewählt.
  • 2000: Nujoma gestattet angolanischen Regierungstruppen im Norden des Landes gegen UNITA Rebellen vorzugehen. Es kommt auch zu Kampfeinsätzen Namibischer Truppen gegen separatistischen Bestrebungen im Caprivi-Gebiet.
  • 2002: Der Bürgerkrieg in Angola findet sein Ende, die Grenzen werden geöffnet und Namibia zieht sich aus dem Kongo zurück. Sam Nujoma verzichtet auf eine vierte Amtsperiode.
  • 2004: Die SWAPO gewinnt die Parlamentswahlen (75%). Neuer Staatspräsident wird Hifikepunye Pohamba (Ovambo).
GOLF

Namibia ist kein Golferparadies aber zu den schönsten Plätzen gehört der Rossmund Wüstengolfplatz in Swakopmund.