Das südliche Ende der Drakensberge liegt nicht am Bushman’s Nek Pass in KwaZulu-Natal sondern im Nordosten der Eastern Cape Provinz. Hier erlebt der Abenteurer eine besonders einsame und beeindruckende alpine Region. 200 - 150 Millionen Jahre Erdgeschichte zeigen sich als rot-schimmerndes Sandsteinfundament mit einer Basalthaube. Die erodierten Sandsteinschichten bildeten Überhänge und Höhlen, in denen die Buschmänner lebten und ihre Felszeichnungen anfertigten. Die Dinorbin Rock Paintings sind mit 32 Metern die längste „Galerie“ Südafrikas mit 5000 sehenswerten Abbildungen von Eland, Menschen und Therianthropen (ein Mischung von Tier und Mensch).

 

Barkly East liegt inmitten der Ausläufer der südlichen Drakensberge auf 1813 Meter Höhe und behauptet, die Schweiz Südafrikas zu sein. Auf dem Friedhof befindet sich  das Grab des Pferdes von Lord Kitchner, des Oberbefehlshabers der englischen Truppen während des Burenkrieges (1899-1902).  (Lord Kitchners Grab befindet sich in der Nordsee vor den Orkney Inseln; er ertrank 1916 als Feldmarschall und Verteidigungsminister  bei  der Versenkung des Kreuzers „Hampshire“ durch eine  deutsche Mine und 1917 wurde ihm zu Ehren das Städtchen Berlin in Ontario, Kanada, umbenannt).

 

Weiter geht es immer höher durch eine reizvolle karge Berglandschaft nach Rhodes. Auch dieses Dorf, das ursprünglich zu Ehren des Pastors der Dutch Reformed Church in Lady Grey Rossville hieß, wurde von seinen bauernschlauen Einwohnern umbenannt, und zwar nach dem Prime Minister der Kapprovinz, Sir Cecil Rhodes. Dieser zeigte sich auch erkenntlich, wobei die gestifteten 500 Pfund, die die Stadtverwaltung zweckgebunden auszugeben versprach, zusammen mit dem Stadtverwalter verschwanden. Auch die Kiefern, die heute die Straßen des Dorfes säumen, waren ein Geschenk Rhodes; historische Quellen diesbezüglich sind widersprüchlich ob es sich um eine Wagenladung Kiefernsetzlinge oder um einen  Sack Kiefernsamen handelte. Sehenswert sind das viktorianische Rhodes Hotel und die Schule, die gemäß Bauplänen des berühmten Architekten Sir Herbert Baker (siehe auch Parlamentsgebäude in Pretoria) für 250 Schüler errichtet wurde. Da  1970  nur noch 11 Schüler den Unterricht besuchten, wurde die Schule geschlossen.  Heute ist Rhodes ein „Sportörtchen“ mit alpinem Charme und die heutige Stadtverwaltung verspricht schneesichere Winter. Leider wurde trotz ausreichender Schneedecke in den letzten Jahren wegen „Konzessionsproblemen“ der Betrieb des Tiffindell Skigebietes an den Hängen des 3001 Meter hohen Ben Macdhui eingestellt. Im Sommer, von den Ferien abgesehen, ist diese Region noch einsam - ideal für Botaniker, Wanderer, Mountainbiker, Reiter, Forellenfischer und Kletterer. Schwierig aber schön ist der Ben Macdhui Hiking Trail (nur sporadisch geöffnet).

 

Nicht so schwierig aber wunderschön ist die Gebirgsstrecke entlang des Bell River bis zum höchsten Pass Südafrikas, Naudésnek. Bis auf 2500 Metern folgten die Naudé Brüder 1896 mit einfachsten Mitteln den Pfaden der Pferde, die 1911 als Militärstraße ausgebaut wurden. Einen ganz  besonderen Reiz besitzt diese Strecke im Dezember und Januar, da zu dieser Jahreszeit die Gladiolen und Orchideen blühen. 

 

Maclear, das 1876 als Militärcamp gegründet wurde, ist heute das Zentrum für die lokale Landwirtschaft (Schafe, Vieh, Weizen, Mais). In der Nähe befinden sich die sehenswerten 26 Meter hohen Tsitsa Wasserfälle.

Für Botaniker ist das nahegelegene Prentjiesberg Nature Reserve vor allem in den Sommermonaten lohnenswert wegen der Vegetation aus Fynbos, Proteen, Erikagewächsen und Orchideen. Vogelliebhaber erleben hier u.a. Sekretärsvögel, Schwarzstörche, Gelbbrustpieper und Zistensänger. Hier überwintern deutlich mehr Storche aus Europa als Touristen!